Schreibanregungen zum Wettbewerb "Heraus mit den Sprachen!"

 

Wählen Sie sich ein Bild aus und schauen Sie sich das Bild zunächst ganz genau an.

 

Sie können das für sich alleine machen oder in der Gruppe darüber sprechen.

 

Welche Farben sehen Sie, welche Formen, welche Motive (Personen, Tiere, Gegenstände ...)?
Wie wirkt das Bild auf Sie? Was fällt Ihnen spontan dazu ein? Welche Assoziationen löst das Bild oder einzelne Teile daraus aus? Welche Gefühle?

 

Notieren Sie sich stichwortartig die Worte, Gedanken und Gefühle, die Ihnen zum Bild einfallen.

 

Diese ersten Notizen können der Startpunkt für Ihren Text sein. Das kann eine Geschichte sein, ein Gedicht, ein Märchen, ein Krimi, philosophische Gedanken und vieles andere mehr.

 

Hier zwei (kurze) Beispiele:

 

Ein Stein im Wasser.
Eine Qualle, vielleicht ein Fisch.
Ich weiß nicht, wie das Grüne an den Stein kommt, das Moos.
Alles weiß ich nicht.
Er wird von Algen befressen.
Die Algen ernähren sich davon. Dann schreit der Stein.
Dann ist es laut.
Dann erschrecken die Fische.
Dann hauen sie ab.
Sie schwimmen in die Stille.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

          Das ist mein Gehirn.

          Sichtbare Gedanken.

          Gedanken hab ich zu viele.

          Unbedingt was meinen, das sein könnte müsste wenn.

          Ich spinne auch sehr gerne.
          Durch spinnen wird man klug.

          Die Gedanken kommen ohne mich zu fragen.

          Die können mir den Kopf zerbrechen, so ein Gefühl hab ich.

           An Gedanken hab ich keinen Mangel.

          Wenn ich keine Gedanken hätte, das wäre blöde.

 

Wichtig ist: Es geht nicht darum, das Bild zu beschreiben im Sinne von genau wiederzugeben, was darauf zu sehen ist (also nicht „Auf dem Bild sieht man ...“). Sondern es geht darum, phantasievoll auf das Bild zu reagieren, sich ausgehend vom Bild zu eigenen Gedanken, Wörtern, Sätzen und Texten unterschiedlichster Art anregen zu lassen.

 

Es sind Bilder dabei, auf denen man etwas erkennen kann (z.B. Menschen oder Tiere) und andere Bilder, die ungegenständlich sind. Wir möchten Sie ganz ausdrücklich dazu ermutigen, auch zu den ungegenständlichen Bildern zu schreiben! Auch zu tausenden von Kringeln oder zu einem scheinbar beliebigen Farbauftrag fällt einem etwas ein. Wenn Ihre erste Reaktion darauf zum Beispiel „Chaos“ lautet oder „Hä, was soll denn das sein?“ dann können genau diese spontanen Ausrufe Überschrift und Thema Ihres Textes sein.

 

°     Manche der Bilder haben auch einen Titel, dieser kann ebenfalls als Anregung für Ihren Text dienen. Bildern, die keinen Titel haben, können Sie einen Titel geben. Dann haben Sie auch schon eine Überschrift für Ihren Text.

 

°     Vielleicht regt Sie ein Bild, auf welchem mit viel Wasser gemalt wurde dazu an, über ein Abenteuer am See zu schreiben. Oder es sind ganz viele gleiche Sachen auf einem Bild zu sehen und Ihnen fällt ein, dass sich im Leben auch vieles immer wiederholt. So könnte ein Text über das tägliche Einerlei zu Papier kommen.

 

°     Oder Sie wählen aus den ersten Wörtern, die Ihnen spontan zum Bild über die Lippen gekommen sind die drei aus, die Ihnen am besten gefallen und schreiben einen Text, in welchem diese Wörter vorkommen. Sie können auch zu den drei Wörtern weiter assoziieren und schauen, wohin die Reise führt ...

 

°     Begeben Sie sich in Ihrer Phantasie in das Bild hinein stellen Sie sich vor, sie wären die dargestellte Person, das Tier, der Gegenstand, die Farbe – schreiben Sie aus dieser Perspektive.

 

°     Lassen Sie Teile des Bildes miteinander sprechen: Was sagt die Tasse zur Hose, was das Gelb zum Braun?

 

°     Welches Gefühl passt am ehesten zu dem Bild? Schreiben Sie zu diesem Gefühl einen Text.

 

°     Betrachten Sie das Bild mit allen Sinnen und überlegen Sie: wie sieht es aus? Wie hört es sich an? Wie riecht es wohl? Wie fühlt es sich an? Wie würde es schmecken?

 

°     Apropos Hören: Vielleicht klingt das Bild völlig seltsam, würde ganz komische Töne von sich geben? Vielleicht ist das Bild überhaupt nicht zu verstehen? Sie können einen Text erfinden, der auch völlig unverständlich ist. Experimentieren Sie mit Sprache! Erfinden Sie Wörter! Machen Sie Lautmalerei.

 

°     Schreiben Sie einen Brief an das Bild oder an den Künstler/die Künstlerin.

 

°     Zählen Sie die Elemente auf dem Bild. Vielleicht gibt es 5 gleiche und Ihnen fällt eine Geschichte ein, in der fünf Frauen, fünf Blumen, fünf Bäume ... eine Rolle spielen.

 

°     Woran erinnern Sie die Farben? Ist das Rot tomatenrot oder feuerwehrrot, das Gelb 
     briefkasten­gelb oder sonnengelb? Was macht die rote Tomate im gelben
     Briefkasten? ...

 

°     Lassen Sie sich vom Bild zum Reimen anregen, reimen Sie mit und ohne Sinn.

 

°     Schreiben Sie ein Elfchen, ein Haiku, ein Rondell oder sonst ein Gedicht.

 

°     Wie wäre es mit einem Akrostichon? Überlegen Sie sich dafür einen Titel für das Bild und schreiben Sie den Titel in Großbuchstaben untereinander. Dann schreiben Sie zu jedem Buchstaben einen Satz, sodass eine zusammenhängende kleine Geschichte entsteht.

 

°     Krimi, Abenteuergeschichte, Märchen, Kurzroman – wer weiß, was das Bild alles aus Ihnen hervor­lockt. Es gibt sooooooo viele Möglichkeiten!

 

Ganz spannend ist es auch, wenn Sie Ihren Text gar nicht normal auf das Blatt schreiben, sondern mit Buchstaben und Schrift ein Bild gestalten, das eine Antwort auf das betrachtete Werk ist. Also ein Buchstabenbild, Schriftkunst. Wenn in einem Bild ganz viele Sachen überein­ander gezeichnet sind, dann können Sie auch ganz viel übereinander schreiben. Schicht auf Schicht bis hin zur Unleserlichkeit (Palimpsest). Oder Sie schreiben Ihren Text in genau solchen Linien, wie sie auf dem Bild zu sehen sind, z.B. viele parallele senkrechte Textzeilen. Oder Sie zeichnen sich eine Form, die auf dem Bild zu sehen ist ab und schreiben da Ihren Text hinein. Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

 

 Viel Spaß beim Schreiben!

 

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